© Mittelland Zeitung; 29.01.2005
Tabloid Wohlen
Mobilfunkantennen zum Telefonieren, aber nicht zum Surfen im Internet oder zum Fernsehen
Antwort auf den Leserbrief von Franz Fischer, AZ vom 25. Januar
In einem Punkt gebe ich Franz Fischer Recht. Sehr viele Leute haben ein Natel. Eine gute Sache, wenn es vernünftig eingesetzt wird. In ganz Wohlen kann bereits heute problemlos mit dem Handy telefoniert werden. Weitere Antennen im Wohngebiet sind wohl kaum die richtige Lösung, wenn ausserhalb, im Wald, der Empfang nicht gewährleistet werden kann. Schon gar nicht UMTS-Antennen der dritten Generation, die uns Surfen im Internet und Fernsehen ermöglichen.
Die Unbedenklichkeit dieser Antennen auf unsere Gesundheit ist noch nicht genügend erforscht. Diesbezüglich läuft eine Studie beim Bund. Bis diese Resultate bekannt sind, sollten meines Erachtens keine weiteren UMTS-Antennen erstellt werden dürfen, schon gar nicht im Wohngebiet.
Auch in andern Gemeinden wehren sich mittlerweile viele Bewohner und Bewohnerinnen gegen die drohende Antennenflut, bisher leider mit wenig Erfolg. Immerhin erachtet auch das Verwaltungsgericht eine Koordinierung und eine Optimierung der Mobilfunknetze als bedenkenswert. Das Problem hat man beim Erlass des Fernmeldegesetzes offenbar nicht erkannt. Ein Konzept und die raumplanerischen Vorgaben fehlen. Diese vernachlässigte Harmonisierungs arbeit sollte dringend an die Hand genommen werden. Dazu braucht es, meiner Meinung nach, Druck von unten. Gemeinsam mit anderen Gemeinden und ihren Einsprechern.
Der Gemeinderat erklärte in seinem Entscheid, dass laut kantonalem Baudepartement die Grenzwerte gemäss Verordnung über den Schutz von nichtionisierender Strahlung (NISV) erfüllt seien. Die Berechnungen unserer Berater aber zeigen, dass die Grenzwerte nicht eingehalten werden können. Ich erachte es deshalb als unsere Pflicht, uns gegen diese Antennen zu wehren. Zum Wohle der ganzen Bevölkerung.
Maya Meier, Einwohnerrätin, Freis Wohle
«Verantwortlich für das, was wir unterlassen» Da taucht eine zentrale Frage auf: Wie viele Gegner der Mobilfunkanlagen verzichten auf ihr Handy? Wenige bis niemand, ist meine Antwort. Solange das Handy benützt werden kann, ist doch alles in Ordnung. Wenn Sie, Herr Fischer, allerdings wegen Funklöchern im Bremgarter Wald nicht telefonieren können, rechtfertigt dies den Bau einer so gewaltigen UMTS-Antennenan lage mitten im dicht besiedelten Wohngebiet, nahe dem Altersheim und Schulen nicht. Nach seriöser Expertise eines Umwelt-Analytikers wird in Wohlen mit dem Bau dieser Antennenanlage die Abdeckung um das 1000fache überschritten. Brauchen wir so viel Elektrosmog, wenn wir nicht genau wissen, ob da nicht doch noch etwas Gesundheitsschädigendes lauert?
Beunruhigend ist auch, dass nicht wir Konsumenten die Nachfrage bestimmen, sondern die Anlagebetreiber. Wie kommt es, dass ein Handy nur einen Franken kostet in Auflage des Abonnements? Was ist da zuerst: die Nachfrage oder das Angebot? Wir sind verantwortlich für das, was wir tun, aber auch für das, was wir unterlassen, Schnäppchen hin oder her.
Ariane Gregor-Neff, Wohlen
Braucht jeder betreiber eine eigene Antenne? Die Antennen der Sunrise auf dem Bifang-Block mit 97 Prozent der erlaubten Abstrahlung und der Swisscom auf ihrem Gebäude am Postplatz mit 94 Prozent der erlaubten Abstrahlung sind also bewilligt worden. Die beiden Standorte sind ca. 600 Meter auseinander. Wenn da die Strahlenwerte in den überschnittenen Gebieten nicht höher als die erlaubten sind, wäre das ja ein technisches Wunder. Natürlich lassen die die Betreiber nach der Installation ihre Anlagen messen, aber von einem neutralen Institut? Und wenn bei einem Betreiber gemessen wird, kann der andere die Leistung problemlos kurz heruntersetzen. Ein Telefon genügt.
Der Gemeinderat stützte sich auf Bundesgerichtsurteile, welche die Einsprachen wegen Schädigung der Gesundheit allesamt abwiesen. Bei diesen wurde nie eine kumulierte Strahlung erwähnt.
Noch eine viel gestellte, nicht beantwortete Frage: Muss im Zeitalter der Fusionen jeder Betreiber eine eigene Antenne haben? In der Preispolitik reden die Herren auch miteinander, sonst hätten wir in der Schweiz nicht die höchsten Gebühren!
Jakob Schrämmli, Wohlen, und einige Miteinsprecher
Kathrin Schoch in den Grossrat Ich kenne Kathrin Schoch, Rudolfstetten, alleinerziehende Mutter von drei inzwischen erwachsenen Kindern und langjährige Sekretärin in einem Ingenieurbüro, schon viele Jahre. In dieser Zeit habe ich ihre Ehrlichkeit, Gradlinigkeit, Zuverlässigkeit, Entscheidungsfähigkeit und Durchsetzungskraft schätzen gelernt. Ich bin überzeugt, dass ihre Persönlichkeit den Grossrat bereichern wird. Mit gutem Gewissen empfehle ich Ihnen deshalb, Kathrin Schoch in den Grossrat zu wählen.
Heidi Behringer-Bachmann, Rudolfstetten