Schutz vor Handy- und DECT-Strahlung

Peter

Schutz vor Handy- und DECT-Strahlung

Beitrag von Peter » 3. Februar 2005 10:24

Hallo an alle Betroffenen,

ich bin ein deutscher Journalist und bei einer Recherche zum Thema SAR-Werte durch Zufall auf einen Hersteller gestossen, der angeblich Stoffe gegen Mobilfunk- und DECT-Strahlung erfunden hat. Ich hatte aber lediglich die Möglichkeit zu einem kurzen Test, da das Ganze streng geheim gehalten wird. Jedenfalls durfte ich mein Mobiltelefon kurz unter den Stoff legen und siehe da, es hatte kaum bzw. keinen Empfang mehr. Als ich es wieder hervorholte, stieg der Empfangspegel direkt wieder an.

Ich überlege nun, ob es sich lohnen würde, zu versuchen, an ein ca. 3m x 3m großes Stück zu gelangen und dies einem von euch zum Test zur Verfügung zu stellen. Da der Stoff luftdurchlässig ist, könnte man es wie einen Mückenschutz über das Bett hängen und sehen, ob man dadurch besser schläft als vorher. Dazu müsste die Testperson natürlich jemand sein, der besonders im Schlaf durch besagte Strahlung gestört wird bzw, der dadurch kaum zum Schlaf findet.

Bestünde denn überhaupt Interesse an einem solchen Versuch?

charles claessens

Re: Schutz vor Handy- und DECT-Strahlung

Beitrag von charles claessens » 3. Februar 2005 17:06

Diese Stoffe sind schon sehr lange im Handel, und werden von Baubiologen nach ihre baubiologische Hausuntersuchungen empfohlen.
Es gibt so, Stoffe, Folien, Tapete, Gewebe, Farbe, usw.

Sie werden von Firmen hergestellt wie z.B. Biologa, Yshield und Marburg.

Ich habe immer eine Tasche mit derartige Muster in mein PKW dabei um es die Leute zu zeigen.

Um es wie einen Mückenschutz über das Bett hängen ist etwas, wovon ich nicht begeistert bin, weil da nämlich andere unerwünschte Probleme auftreten können.
Wenn man abschirmen will, dann lieber gegen die Wand und vor den Fenstern, und nur an die Fläche woher die Strahlung kommt, und nicht an die andere Wände, weil sonst Reflektionen auftreten können.

Charles Claessens

Chris

Re: Schutz vor Handy- und DECT-Strahlung

Beitrag von Chris » 3. Februar 2005 17:29

Mir kommt jedes Mal die Galle hoch, wenn ich von Abschirmmassnahmen, egal von welchen höre oder lese.
Regen, Schnee, Sonne, Kälte, Hitze sind völlig natürliche Erscheinungen und der Mensch weiss seit Jahrtausenden, wie er sich dagegen schützen kann. Regnet es, so spanne ich einen Schirm auf, der kein Vermögen kostet. Regnet es zu stark, kann ich auch zu Hause bleiben. Gegen Schnee und Kälte hilft die entsprechende Kleidung und eine Tube Sonnencreme kostet auch nicht alle Welt, ein Plätzchen im Schatten garnichts.

Aber wie komme ich dazu, dass ich mich gegen die von mir überhaupt nicht erwünschte, ja von einer gierigen Industrie mir aufgezwungene Strahlung mit extrem teuren Massnahmen schützen muss, damit wieder eine andere Industrie ihre Geschäfte machen kann? Wann endlich können wir durchsetzen, dass die Schutzmassnahmen nicht von uns, sondern von den Verursachern zu bezahlen sind oder sogar vom Staat, der ja seinen Segen zu der ganzen Geschichte gibt?
Catch as catch can, lautet die Devise. In welcher Zeit leben wir eigentlich? Oder sind wir ins Zeitalter des Faustrechts zurück gefallen?

Chris

Karl

Re: Schutz vor Handy- und DECT-Strahlung

Beitrag von Karl » 3. Februar 2005 20:08

Hallo Peter,

leider muss ich Charles widersprechen. Es genügt nicht, eine Wand
oder ein Fenster abzuschirmen, damit ist nicht viel gewonnen.
Um eine einigermaßen akzeptables Schirmmaß zu erzielen
muss man sich komplett in ein Metallgitter hüllen. Da innen nichts
gesendet wird spielen Reflexionen keine Rolle; das Wenige, das
den Schirm durchdringt wird schnell absorbiert.

Ein großer Aufwand, wie man sieht. Ob das wirklich nötig ist
darf bezweifelt werden.

Karl

Chris

Re: Schutz vor Handy- und DECT-Strahlung

Beitrag von Chris » 3. Februar 2005 21:14

Hallo Karl

Sind wir jetzt schon so weit gekommen, dass wir uns in einen Drahtkäfig setzen müssen, um von den Strahlen nicht "gebraten" zu werden? Dann hätten wir es wahrlich sehr weit gebracht, Donnerwetter! Aber Sie sagen ja selbst, dass was anderes nichts nützt. Was aber verschafft Ihnen die Zweifel, es sei ohnehin gar nicht nötig? Ich kann mir nicht vorstellen, dass Menschen auf der Suche nach einer wirksamen Abschirmung sind und erst dafür noch Geld ausgeben, wenn es - wie Sie meinen - unnötig ist. Das sieht so aus, als wollten Sie den Betroffenen unterschwellig einreden, sie würden sich ihre Beschwerden nur einbilden. Oder was meinen Sie sonst mit: Ob das wirklich nötig ist, darf bezweifelt werden?
Chris

Elisabeth Buchs

Re: Schutz vor Handy- und DECT-Strahlung

Beitrag von Elisabeth Buchs » 4. Februar 2005 13:06

Seit längerer Zeit sammle ich verschiedene Erfahrungen von Betroffenen zum Thema Abschirmungen und habe bereits einige Beiträge zu diesem Thema geschrieben. Zuerst einmal ist es gut, dass sich z.B. Mobilfunkstrahlung durch Abschirmung reduzieren lässt, im Gegensatz zu Magnetfeldern, wo dies sehr schwierig wird. Auch bei elektrischen Feldern wird es bereits schwieriger. Abschirmungen konnten bereits mehreren Elektrosensiblen eine Verbesserung ihrer Situation bringen, obwohl es natürlich nicht der Sinn sein kann, dass die Mobilfunker das ganze Land flächendeckend mit immer mehr Antennen überziehen und Sensible unter Abschirmungen und in Kellern leben.

Es gibt metallische Abschirmungen und bei diesen hochleitfähige z.B. Silbernetz und weniger leitfähige z.B. Swiss-Shield, die eher reflektieren. Ausserdem gibt es nichtmetallische, welche eher absorbierende Wirkung haben sollen. Es gibt auch Kombinationsformen z.B. bei Tapeten, aussen metallisch, innen nichtmetallisch, dies sollen eine verbesserte Wirkung haben und sich günstig auswirken wegen Restreflektionen im Innern.

Leider scheint es so zu sein, dass Vorhänge oder lückenlose Baldachine, je nach dem anzuwenden, ob die Strahlung von nur einer Seite oder von mehreren Seiten kommt, nur ein gewisses Mass helfen, oft weniger als man messtechnisch erwarten würde. Ausserdem scheint es Personen zu geben, die Abschirmungen nicht vertragen, sei es wegen Wechselwirkungen mit andern Feldern, vielleicht auch wegen der geringen Distanz zur metallischen Fläche.

Hier kurz zu den neusten Erfahrungen von Betroffenen zum Thema:

Mein Bekannter möchte seinen Abschirmbaldachin aus Swiss Shield verkaufen, er ist praktisch neu und in sehr gutem Zustand. Er hat ihn zuerst einen Monat lang getestet gegen den W-Lan seines Nachbarn in der oberen Wohnung, dann wenig überzeugt dennoch gekauft und sagt nun, er helfe ihm nicht. Der Hersteller soll gesagt haben, gegen DECT und W-Lan helfen Abschirmungen weniger gut. Er scheint vor allem unter dem W-Lan zu leiden, wenn der Nachbar den W-Lan benutzt, vielleicht weil dieser dann unterschiedlich pulst. Wer also einen Abschirmbaldachin zu ermässigtem Preis kaufen möchte, kann mir ein Mail senden.

Als ich mich einmal sehr verzweifelt fühlte, weil ich annahm, dass ich zusätzlich zu den Elektrozäunen, noch den neu und ständig vorhandenen Transienten trotz Netzfilter nicht vertrage, was sich glücklicherweise als nicht richtig erwies, hat mir eine elektrosensible Bekannte angeboten, in ihrem damals gemieteten Haus zu übernachten. Am Morgen besuchten wir dann ihr neues Haus, das sie auf Grund günstiger Umstände erwerben konnte. Ich nahm das Messgerät hervor und stellte fest, dass die Werte in diesem erhöht liegenden Haus höher waren, als bei uns im Wohnzimmer, wo ich zeitweise Probleme bekomme. Ich wollte ihr jedoch nichts vermiesen und sagte nur wenig dazu, dafür meinem Mann: wenn sie das verträgt, dann "ist sie gut!" Einen Monat später hat diese Frau erzählt, dass sie Probleme bekommen hat und bereits ihr Schlafzimmer in einen kleineren Raum auf der Hinterseite des Hauses verlegt habe. Sie zeigte ein Stück kohlenschwarzes , metallfreies textiles Carbongewebe, das sich eher unangenehm anfühlte. Evt. will sie damit nun abschirmen. Adresse für diese metallfreie Abschirmung ebenfalls bei mir vorhanden.

Mit freundlichen Grüssen

Elisabeth Buchs

Peter

Re: Schutz vor Handy- und DECT-Strahlung

Beitrag von Peter » 4. Februar 2005 16:21

Also Danke für die rege Beteiligung,
mir ist natürlich bewusst, dass es solche Stoffe bereits gibt. Aber den Stoff, den ich sehen durfte, gibt es definitiv noch nicht. Es ist etwas völlig Neuartiges, von dem sich der Hersteller natürlich das ganz große Geschäft verspricht. Ich glaube zurecht, denn der Stoff war hauchzart, metallfrei und luftdurchlässig wie ein Mückenschutz. Der Empfang des Mobilfunkgeräts wurde dabei völlig zum Erliegen gebracht. Außerdem hatten die im Labor daraus ein u.a. ein T-Shirt fertigen lassen, welches sich sehr angenehm auf der Haut anfühlte.

Es haben sich aber schon einige Betroffene aus Deutschland gemeldet, die testen wollen. Bei uns ist das Thema nicht so poulär wie bei euch in der Schweiz.

Gruß und gute Gesundheit
Peter

charles claessens

Re: Schutz vor Handy- und DECT-Strahlung

Beitrag von charles claessens » 4. Februar 2005 18:11

Hallo,

das die Baldakinen bei DECT und Wlan weniger helfen ist nicht erstaunlich, wenn man sich die Dämpfungskurven der materialien anschaut.
Die üblicherweise verwendete Materialien für Baldakinen zeigen einen Abgang bei steigenden Frequenzen.
Das heisst, dass sie bei 900 MHz mehr dämpfen als bei 1800 MHz und bei 2150 MHz, oder bei höhere Frequenzen weniger.

Charlers Claessens

Karl

Re: Schutz vor Handy- und DECT-Strahlung

Beitrag von Karl » 4. Februar 2005 22:43

Hallo Chris,

ich meine mit "Ob das wirklich nötig ist, darf bezweifelt werden.", dass es u. U. genügt, ein anderes Zimmer als Schlafzimmer zu benutzen, statt unnötigerweise Geld auszugeben für eine Massnahme mit fragwürdiger Wirkung.
Wie aus den anderen Beiträgen ersichtlich ist gibt es ja durchaus Hinweise, dass gerade eine "perfekte" Abschirmung für Störungen des Wohlbefindens verantwortlich sein kann.

Karl

Walter

Re: Schutz vor Handy- und DECT-Strahlung

Beitrag von Walter » 4. Februar 2005 23:28

Hallo "Peter"

Ich frage mich gerade, ob das Wunderding (hauchzart, metallfrei, luftdurchlässig, Empfang des Handys völlig zum Erliegen gebracht) nicht ein Spam einer allzubekannten Firma A.....a sein könnte, bekannt für ihre vollmundigen Versprechen.

Chris

Re: Schutz vor Handy- und DECT-Strahlung

Beitrag von Chris » 5. Februar 2005 08:40

Hallo Karl,
Ich weiss, was Sie meinen. Aber Sie dürfen den Betroffenen schon zutrauen, dass sie von selbst auf die Idee kommen, in einem anderen Zimmer zu schlafen, bevor sie sich mit Abschirmmassnahmen in Unkosten stürzen. Ausserdem hat nicht jeder beliebig viele Zimmer zur Auswahl und diese können ebenso belastet sein. Wer im Keller schläft oder in einem Zelt im Freien, tut das auch nicht zum Spass. Ich kenne einige solcher Leute, die das tun,weil sie es anders nicht mehr aushalten. Oder halten sie das auch für unnötig?

Chris

Peter

Re: Schutz vor Handy- und DECT-Strahlung

Beitrag von Peter » 5. Februar 2005 13:33

Hallo Walter,

Das verstehe ich nicht :-(. Spam ist doch digitaler Datenmüll in der In-EMail-Box, oder? Ich war aber bei dieser Firma, die übrigens in Düsseldorf ihre Labors hat (Deutschland / NRW), soviel darf ich wohl verraten. Ob natürlich bei der Präsentation für uns drei ausgesuchte Journalisten manipuliert wurde, kann ich nicht sagen. Ich bin kein Techniker, sondern Verbraucherschutz-Fachjournalist. Deshalb will ich ja versuchen, selbst einen Test zu initiieren.

mfg
Peter

t

Re: Schutz vor Handy- und DECT-Strahlung

Beitrag von t » 5. Februar 2005 17:55

Diese Worte könnten von mir sein, genauso fühle ich mich. Deshalb bin ich vor den Strahlen geflüchtet (umgezogen) und hoffe, die Situation sei jetzt besser.

Karl

Re: Schutz vor Handy- und DECT-Strahlung

Beitrag von Karl » 5. Februar 2005 22:37

Hallo Chris,

also im Freien zu schlafen reduziert die Strahlenbelastung nur,
wenn man weit weg von seinem Haus/Wohnung schläft - in einem "Funkloch". Ansonsten bringt es garnichts. Im Inneren von Gebäuden ist die Feldstärke von Mobilfunksendern i. d. R. geringer, als ausserhalb.
Wie weit weg von zuhause schlafen denn Ihre Bekannten? Wurde an dem neuen Schlafplatz schon mal die Feldstärke gemessen?

Karl

Elisabeth Buchs

Re: Schutz vor Handy- und DECT-Strahlung

Beitrag von Elisabeth Buchs » 6. Februar 2005 10:12

Hallo Karl

Eine Kollegin von mir war aufgrund eines nahen Mobilfunksenders an ihrem früheren Arbeitsplatz elektrosensibel geworden und konnte in der Folge auch nicht mehr in ihrem Haus übernachten (in diesem Haus waren relativ hohe Werte für Niederfrequenz, ich habe dort gemessen und fühlte mich bei längeren Besuchen unwohl, bekam eine Unruhe, ein inneres Kribbeln, verbunden mit dem Wunsch, baldmöglichst verschwinden zu können). Meine Kollegin bekam immer wieder schubweise starke Kopfschmerzen, wenn sie irgendwo zuviel Elektrosmog abbekam und irgendwie auch noch zusammenhängend mit Luftfeuchtigkeit.

Sie fand nun für sich die Lösung, und zwar jahrelang, am Abend jeweils mit einem Camper in den Wald zu fahren, weit ab von elektrischen Leitungen und Mobilfunkantennen, dies übrigens auch bei eisiger Kälte, ohne Heizung, eingehüllt in einen Polarschlafsack, es entstand Kondenswasser, das wenn es sehr kalt war, zufror, einmal fiel ihr ein Eiszapfen aufs Gesicht. So etwas würde sicher niemand freiwillig machen, ohne wirklich verzweifelt zu sein. Sie nahm kein Messgerät mit, wir Elektrosensiblen sind in gewissem Sinn selber lebende Messgeräte. Es kam jedoch einige Male vor, dass sie merkte, dass es an einem Plätzchen im Wald nicht gut war für sie und sie mitten in der Nacht den Standort wechseln musste. Einige Male wurde sie von der Polizei aufgesucht, gab ihnen jeweils Kopien zum Thema Elektrosmog, mit der Zeit kannten sie sie und liessen sie in Ruhe. Sie konnte dadurch, dass sie in der Nacht während der Regenerationsphase aus dem Elektrosmog raus war, ihre gesundheitlichen Beschwerden erträglich halten. Nun ist sie übrigens umgezogen, kann wieder zuhause übernachten und hat ihre Empfindlichkeit, sie sagt, auch durch Einnahme eines Nahrungsergänzungsmittels, reduzieren können.

Ich fand die Idee meiner Kollegin das einzig erfolgsversprechende, denn ab einer gewissen Empfindlichkeit verringert sich die Möglichkeit durch Umzug beschwerdefrei leben zu können, überall kann etwas sein oder dann später hinzukommen. Ich testete diese Art von Uebernachten im Wald ebenfalls, denn wenn die Elektrozäune in der Nacht nicht in Betrieb sind, vertrage ich sie am Tag. Eine sehr unerfreuliche Erfahrung, ich vertrug, auch wenn ich mich an den besten Plätzchen aufhielt, das Eisenblech des Campers nicht, vermutlich wegen der Magnetfeldverzerrung, nachprüfbar mit einem Kompass. Vielleicht wäre es besser mit einem Wohnmobil oder einem Wohnwagen aus Alu. Ich habe letzten Sommer zehn Campingplätze ausgemessen und fand überall "einen Haken". In einem ungeschützen Zelt im Wald mit entsprechender Feuchtigkeit ist ebenfalls alles andere als optimal.

Ich denke manchmal, wenn Elektroresistente nur während eines Monats einmal erleben würden, was für Elektrosensible Alltag bedeutet, würden sie manches anders sehen.

Mit freundlichen Grüssen

Elisabeth Buchs

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