Das Mobile Klassenzimmer

Eva Weber
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Das Mobile Klassenzimmer

Beitrag von Eva Weber » 9. November 2010 20:50

Anzeige des IZMF im "Fränkischer Tag" vom 9.11.2010

Das mobile Klassenzimmer, Handys als Wissensvermittler."

"Der Umgang mit SMS und MMS ist für Schüler heute selbstverständlich. Doch mit Mobiltelefonen kann man mehr als Telefonieren, Kurzmitteilungen verfassen und Fotos machen. Sie lassen sich auch produktiv in den Schulunterricht integrieren.

Handys können die Lernleistung verbessern und ein positives Klassenklima fördern. Dies zeigen aktuelle Projekte und Studien. Gerade weil der alltägliche Umgang mit Handy, Internet und PC immer mehr an Bedeutung gewinnt, ist die Einbindung neuer Medien in den Unterricht für Schulen interessant.

Mobil Lernen macht Spaß

Eine aktuelle Feldstudie der Hochschule St. Pölten (Österreich) über Handys im Unterricht ergab: Schülerinnen und Schüler beschäftigen sich aktiver mit dem Lernstoff und in der Klasse bilden sich neue soziale Gruppen. Sobald Handys in den Unterricht eingebunden werden, steigt das Interesse und die Motivation der Schüler. Dank interaktiver Elemente, die durch das Handy zur Verfügung stehen, lernen sie auf spielerische Art und Weise. So lassen sich mit Handys zum Beispiel SMS-Gedichte verfassen, Kurzgeschichten tippen oder Videos drehen. Mobiles Lernen per Handy, auch M-Learning genannt, kann auch über den Schulunterricht hinaus in der Weiterbildung und Qualifizierung genutzt werden. Dafür existiert eine große Auswahl an Lern-Software, mit der man zum Beispiel Fremdsprachen oder für die Führerscheinprüfung lernen kann.

Ein großer Vorteil beim mobilen Lernen: Jeder kann sein Lerntempo selbst festlegen und die Informationen und Lerninhalte schnell und jederzeit mit dem Handy abrufen. So lässt sich sogar Wartezeit im Stau oder beim Arzt effektiver nutzen. (Fettdruck von mir). Zudem unterstützt M-Learning Jugendliche beim Umgang mit den neuen Medien, der später in vielen Berufen vorausgestzt wird.

Speziell für Lehrerinnen und Lehrer bietet des Informationszentrum Mobiilfunk auf der Internetplattform "Schulprojekt Mobilfunk" zahlreiche Informationen, Arbeitsmaterialien sowie Fortbildungen zum Thema an. Das Angebot ist unter der Internetadresse www.schulprojekt-mobilfunk.de kostenlos abrufbar.

Allgemeine Infos zur Mobilkommunikation gibt es auch beim Informationszentrum Mobilfunk e.V. (IZMF) unter der gebührenfreien Hotline 0800-3303133 oder unter www.izmf.de "

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Nachdem man lt. dem Deutschen Mobilfunk-Forschungsprogramm über Kinder noch nichts weiß und Herr Prof. Lerchl, Strahlenschutzkommission/NIS nun jahrelang an Ratten forscht, was man dann versucht auf Kindergehirne zu übertragen, schreitet das gemeinnützige IZMF (die Mobilfunkbetreiber) im Einverständnis aller Strahlenschützer zur Tat. Nun vielleicht kommt man dadurch schneller zu Ergebnissen!!

Was dabei wirtschaftlich außerdem noch positiv ist, ist die Tatsache, dass so eigentlich alle Eltern gezwungen werden ihren Kindern ein Handy zu geben, auch wenn sie dies aus ungeklärten gesundheitlichen Gründen nicht möchten. Es ist einfach ekelhaft was hier abläuft!

Eva Weber

Hans-U. Jakob
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Beitrag von Hans-U. Jakob » 10. November 2010 09:00

Im Osten nichts Neues. Kennen wir leider schon lange.
Sehen Sie dazu auch unter www.gigaherz.ch/1589
Hans-U. Jakob

Eva Weber
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Beitrag von Eva Weber » 10. November 2010 12:23

Ja, natürlich kennen wir das auch vom IZMF. Aber als direkte Anzeige auf der Sonderseite der Tageszeitung "Fränkischer Tag" finde ich es schon sehr ungewöhnlich!

Eva Weber

Hans-U. Jakob
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Beitrag von Hans-U. Jakob » 10. November 2010 17:00

Eva Weber hat geschrieben:Ja, natürlich kennen wir das auch vom IZMF. Aber als direkte Anzeige auf der Sonderseite der Tageszeitung "Fränkischer Tag" finde ich es schon sehr ungewöhnlich!

Eva Weber
Swisscom beschäftigt 10 Leute, die solche und ähnliche PR-Artikel an alle möglichen Tageszeitungen schicken und als Belohnung auch noch gleich ein Rieseninserat einstellen. Manchmal erst 3 Tage später, damit es nicht so auffällt.
Hans-U. Jakob

Mahner

Mediale Strategie beim IZMF

Beitrag von Mahner » 11. November 2010 11:55

Hans-U. Jakob schrieb:

"Swisscom beschäftigt 10 Leute, die solche und ähnliche PR-Artikel an alle möglichen Tageszeitungen schicken und als Belohnung auch noch gleich ein Rieseninserat einstellen. Manchmal erst 3 Tage später, damit es nicht so auffällt."


Hallo,

zu diesem Komplex passt auch nachfolgender Artikel aus Zeit online:

“Zeitungen und Zeitschriften Deutschland, entblättert"

"Es war ein besonderes Jahr für Zeitungen und Zeitschriften. Einige wurden eingestellt, einige trotzten der Krise, andere arbeiten an neuen Strategien. Auf dem Spiel steht unsere Meinungsvielfalt“ (…)

s. Link
http://www.zeit.de/2009/49/DOS-Medien
(siehe Seite 4 des 5-seitigen Artikels)

(…) Auf dem Kommunikationskongress am Alexanderplatz in Berlin referiert die Mobilfunklobbyistin Una Großmann. Wie bestimmt man das, was in der Zeitung steht? Es gehe darum, die Meinungshoheit zu gewinnen, sagt sie, »Journalisten dazu zu bringen, dass sie unser Ziel kommunizieren – und zwar im redaktionellen Teil, nicht in den Anzeigen«.

Wie man das macht? Man biete Lokalsendern Hörfunkbeiträge an, »die kosten nicht viel«, ein paar O-Töne, dazu Vorschläge für die An- und Abmoderation. Wichtig sei es, die Inhalte zu lancieren, aber den Absender zu verschleiern. Am beliebtesten sei das »Rundum-sorglos-Paket«: fertige Texte, die Redaktionen nur noch abdrucken müssten, aufbereitet mit Infografiken, Protagonistenfotos, Experteninterviews. Ihr Arbeitgeber finanziere auch Ärztefortbildungen, und diese Ärzte könne man dann als Experten interviewen.
»Ich nutze Tageszeitungen, Frauenzeitschriften, Fachmedien«, sagt Una Großmann. »Es war nie einfacher als heute.« (…)

Una Großmann ist Pressesprecherin des IZMF, der Vereinigung der Mobilfunkbetreiber!

A. Masson als Gast

Beitrag von A. Masson als Gast » 12. November 2010 15:20

In der Neuen Zürcher Zeitung vom 8. November 2010 wird unter dem Titel "Bildung und Gesellschaft" eine Seite dem Goldauer Schulversuch gewidmet: Smartphone statt Schulbuch. Darin geht es auch um den Lehrmittelmarkt. Und wie bei den Gratis-Zeitungen am Bahnhof gibt es jetzt die Gratis-Lehrmittel, gesponsert von Firmen und Verbänden. Dank elektronischer Vernetzung ist der Austausch problemlos - kein staatlicher Lehrmittelverlag wacht darüber, welche Ideen da in den Schulzimmern landen.

Bodyshop hat also eine Unterrichtseinheit über die Haut erstellt und schenkt sie gratis. Die Firma Fielmann (Billig-Brillen) unterrichtet über das Auge, und wird wohl beiläufig auch erwähnen, dass ihre Brillen einfach gut aussehen. Swissnuclear strahlt mit einem Modul zur Atomkraft, Bayer möchte Ideen oder Produkte über die S e x u a l i t ä t verkaufen, und die Schweizer Armee und die FDP treiben Staatskunde zur Förderung (und Steuerung) der Jugend. Diese Beispiele sind nicht erfunden, sondern werden in der NZZ erwähnt. Es sollen sich knapp 18'000 registrierte Lehrkräfte (oft zeitgeplagt...) an 140 verschiedenen Modulen bedienen, mit 50'000 Bezügen pro Monat. Spitzenreiterin in Sachen Sponsoring sei Kiknet.ch in Baden (nicht kicknet). Kiknet sieht das als Dienstleistung an,
denn die Lehrer hätten oft keine Zeit, immer neue Materialien zu erstellen.

Kommerz im Klassenzimmer: Nicht nur die Mobilfunk-Geräte selber, nicht nur die laufenden Verbindungskosten sind ein blühendes Geschäft, sondern jetzt werden auch noch die Gedanken bis ins Schulzimmer hinein vermarktet.

A. Masson

Eva Weber
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Beitrag von Eva Weber » 7. Dezember 2010 09:00

Zum Thema "Das mobile Klassenzimmer" gab es im IZ eine umfangreiche Diskussion.

Herr Prof. Lerchl stellte hierzu schließlich zwei Studien zu Kindern ein.

http://www.emf-forschungsprogramm.de/fo ... emiologie/ epidemiologie_abges/epi_045.html
http://www.emf-forschungsprogramm.de/fo ... o_065.html

Ich schrieb ihn folgendermaßen an:

"Sehr geehrter Herr Prof. Lerchl!

Beide Studien lagen bei Veröffentlichung des DMF vor und dennoch schreibt das Bundesamt für Strahlenschutz in der Broschüre "Das Deutsche Mobilfunk-Forschungsprogramm" Seite 22, ich zitiere:

"Generell bestand die Besorgnis, dass Kinder besonders empfindlich sein könnten. Epidemiologische Studien zu Langzeiteffekten durch Mobilfunk bei Kindern fehlten völlig."

Woraus aus den Ausführungen des BfS und auch der von Ihnen verlinkten Studien, besonders der Zweitgenannten entnommen werden kann, dass Handys für Kinder und Jugendliche als geeignetes Lernmittel zur Stoffvermittlung in Schulen und dessen Vertiefung in Staus und Wartezimmern von Ärzten geeignet sind, ist nicht ersichtlich. Außer Wirtschaftsdenken der Mobilfunkindustrie kann ich hier nichts erkennen.

Um Erläuterung wäre ich dankbar!"
http://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=43358
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Interessant ist nun die Beendigung des Strangs!
Sie kam vom Moderator X. in Gestalt einer "2. Ermahnung für Frau Weber (2010)"

"Frau Weber, ich erinnere Sie erneut an die Netiquette.

11. Benutze Mail, wo immer es geht!
Wenn Sie dem Autor eines Artikels etwas mitteilen wollen, überlegen Sie sich bitte genau, ob dafür nicht eine simple Mail ausreicht.

Prof. Dr. Lerchl ist hier als Privatperson unterwegs und er ist kein Mitarbeiter des Bundesamts für Strahlenschutz. Richten Sie bitte Ihre Anfrage an das Bundesamt für Strahlenschutz. In Zukunft werden wir derartige Irrläufer als diese Kennzeichnen und sperren. Ihr Posting wurde gesperrt."

ABER PROF. LERCHL IST LEITER DER STRAHLENSCHUTZKOMMISSION/NIS UND MASSGEBLICHER BERATER DES BUNDESAMTS FÜR STRAHLENSCHUTZ

Broschüre Deutsches Mobilfunk-Forschungsprogramm Seite 21

"Verbleibende offene Fragen: Der Einfluss hochfrequenter elektromagnetischer Felder auf Schlaf und kognitive Leistungsfähigkeit wurde bisher nur an jungen, gesunden Probanden untersucht. Vergleichbare Laborstudien an möglicherweise empfindlicheren Personengruppen wie älteren Personen bzw. Personen, die unter Schlafstörungen leiden, und Kindern fehlen. Eine epidemiologische Untersuchung bezüglich akuter Gesundheitseffekte durch Mobilfunk speziell bei Kindern ist noch nicht abgeschlossen."


Eva Weber

Daum

Beitrag von Daum » 7. Dezember 2010 14:28

Wie sieht es aus mit der Antwort vom Bundesamt für Strahlenschutz?
Nach der Ermahnung schrieben Sie noch, Sie werden Ihre Anfrage weiter leiten!

Eva Weber
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Beitrag von Eva Weber » 7. Dezember 2010 18:15

Als hätten Sie es geahnt. Heute früh brachte ich ein Erinnerungsschreiben an das BfS zum Postkasten.

Wohlgemerkt, es ist eine vollkommen neue Frage gewesen, "Handys sozusagen als Lerninstrument in der Schule", nicht eine der Fragen, die ich immer wieder stelle und die, wie Sie wissen, nicht beantwortet werden, wohlgemerkt keinmal, m.E. aus gutem Grunde (Fact Sheet 296 WHO).

Nach dem neuen Verharmlosungsartikel für niedergelassene Hausärzte "Mobilfunk und Gesundheit" von Frau Prof. Herr und Herrn Prof. Lerchl/SSK , welchen ich aus meiner bitteren Erfahrung heraus schon als fast kriminell in seiner Wirtschafthörigkeit und Beeinflussung von Ärzten einstufen möchte, stehen auch Kinder nicht mehr zur Diskussion.

Besonders schön fand ich so ziemlich am Schluss: "Gleichwohl müssen diese Patienten in ihrer Beschwerdelage ernst genommen werden, ohne dass ihnen dabei der angenommene Umweltbezug leichtfertig bestätigt wird. Im Rahmen einer vorzugsweise interdisziplinären Diagnostik und Risikokommunikation muss es gelingen, sie für alternative Konzepte zur Ursache ihrer Beschwerden und Krankheiten zu öffnen um ihnen dann eine angemessene Therapie zukommen zu lassen." Unterstreichung von mir.

Als angemessene Therapie gelten wohl auch die von Sektor 3 empfohlenen Heilsteine?!?

Also ehrlich gesagt, ich erwarte nicht, dass ich Ihnen bzgl. BfS und Handys als Lernmittel in der Schule demnächst irgendetwas mitteilen kann. Die Weichen sind m.E. in bestmöglicher Weise gestellt!

Eva Weber

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