Strahlende Aussichten im Rheinquartier
Bevölkerung an der Scalettastrasse wehrt sich gegen Mobilfunkstrahlung
Anwohner im Churer Rheinquartier wehren sich mit einer Flut von Einsprachen gegen eine neue Natelantenne im Quartier. Der Mobilfunkanbieter Sunrise zeigt sich davon wenig beeindruckt.
(von Peter Simmen)
Sunrise will im Churer Rheinquartier die Abdeckung der Kunden verbessern. Dazu soll auf dem Flachdach der Liegenschaft Salettastrasse 105 eine neue Mobilfunkanlage erstellt werden. Gemäss Bauausschreibung handelt es sich um eine Mobilfunk-und WLL-Basisstation (Wireless Local Loop). Der Standort der Anlage befindet sich mitten in einem dicht besiedelten Wohnquarier. In nächster Umgebung stehen zahlreiche Mehrfamilienhäuser mit mehreren hundert Wohnungen sowie ein Einfamilienhaus-Quartier. Und direkt neben dem Haus, auf dem die Antenne installiert werden soll , ist der Kindergarten Albula zu finden, inklusive Aussenspielplatz. Die Publikation des Baugesuchs im Stadtamtsblatt hat die Anwohner aufgeschreckt. Innerhalb der 14-tägigen Einsprachefrist gingen beim Hochbauamt 46 Einsprachen mit 211 Unterschriften ein, wie Christian Davaz von der Baupolizei auf Anfrage sagte. Die Einsprecher fordern die Baubehörde auf, die Anlage nicht zu bewilligen.
Von SBB enttäuscht
Ungehalten sind die Anwohner aber nicht nur darüber, dass eine weitere Mobilfunkanlage an einem neuen Standort gebaut werden soll, sondern auch über die Eigentümerin der Liegenschaft Saclettastrasse 105, die SBB. Mehrere andere Liegenschaftsbesitzer hatten nämlich aus Rücksicht auf die Anwohner das Angebot von Sunrise dankend abgelehnt. In der Regel stelle die SBB ihre Liegenschaften dann für Natelantennen zur Verfügung ,lwenn die Bahn die Antenne eventuell für eigene Zwecke mitbenützen könne oder wenn damit die Versorgung der Fahrgäste mit Mobilfunk verbessert werden könne, betonte Beat-Gaudenz Schwarz von den SBB-Immobilien gegenüber der "Südostschweiz". Auf den Einwand, dass sich die fragliche Liegenschaft in Chur weitab vom Bahnhof und von den SBB - Gleisen befinde, verwies Schwarz auf die kommerzielle Seite. Zur Höhe des Betrags, den Sunrise den SBB für den Standort zu bezahlen bereit ist, wollte sich Schwarz nicht äussern.
Gewehr bei Fuss
Keine Unterstützung haben die Anwohner bisher seitens der Stadt bekommen. Die Churer Schulbehörde als Verantwortliche des benachbarten Kindergartens hat nämlich darauf verzichtet, ebenfalls eine Einsprache zu machen. In Chur stünden an verschiedenen Orten Natelantennen in der Nähe von Kindergärten und Schulhäusern , ohne dass sich die Stadt dagegen gewehrt habe, sagte Stadtrat Marin Jäger. As Beispiel nannte er das Florentini-Schulhaus, das aus nächster Nähe von der Natelantenne auf dem Postgebäude an der Ringstrasse bestrahlt wird.
Wollte sich die Schulbehörde gegen Natelantennen in der Nähe von Schulen wehren, müsste sie das flächendeckend machen und nicht beschränkt auf einen Einzelfall.
Wenig beeindruckt von den Einsprachen zeigt man sich auf Seiten des Mobilfunkanbieters Sunrise. Die Anlagen müssten eben dort erstellt werden, wo die Leute telefonierten, sagte Thomas von Wyl, umweltbeauftragter der Firma Sunrise, auf Anfrage . Und die Gesetzgebung verpflichte die Anbieter, die Antennen grundsätzlich innerhalb der Bauzone zu erstellen. Eine Gefährdung für den benachbarten Kindergarten sieht von Wyl nicht. Auch im Bereich unter der Antenne, wo sich der Kindergarten befinde , müssten die im Gesetz vorgeschriebenen Grenzwerte eingehalten werden.
Von Wyl lässt denn auch keinen Zweifel darüber aufkommen , dass Sunrise trotz der Einsprachen an der Antenne festhalten will. Wenn mit der Anlage die rechtlichen Vorschriften eingehalten würden, habe der Mobilfunkanbieter Anspruch auf die Baubewilligung. Und im Fall der Salettastrasse 105 würden diese eingehalten , so von Wyl.
Kommentar : "In Chur stünden an verschiedenen Stellen Natelantennen in der Nähe von Kindergärten und Schulhäusern , ohne dass sich die Stadt dagegen gewehrt habe ." - Was die Lehrkräfte und Erzieherpersonen kräftig zu spüren bekommen .
"Wollte sich die Schulbehörde gegen Natelantennen in der Nähe von Schulen wehren, müsste sie das flächendeckend machen und nicht beschränkt auf einen Einzelfall." Das ist Bündner-Logik!- Dann tut das mal flächendeckend.
gesuana
Strahlende Aussichten im Rheinquartier
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Carlo
Re: Strahlende Aussichten im Rheinquartier
> In Chur stünden an verschiedenen Orten Natelantennen in der Nähe von
> Kindergärten und Schulhäusern , ohne dass sich die Stadt dagegen
> gewehrt habe, sagte Stadtrat Marin Jäger.
> Wollte sich die Schulbehörde gegen Natelantennen in der Nähe von
> Schulen wehren, müsste sie das flächendeckend machen und nicht
> beschränkt auf einen Einzelfall.
Schon vor vielen Jahren habe ich Martin Jäger eine ausführliche Dokumentation über Handy-Gefahren (inkl. die Massnahmen der britischen Schulen) zugeschickt und ihn gebeten, den Churer Schülern unter seiner "Obhut" warnende Informationen zu geben. Er hat nichtmal geantwortet.
Sich immerwieder als der philanthrope SP-Gutmensch wählen lassen, das kann er, aber wenn's dann konkret darum geht, sich für die Anliegen seiner WählerInnen einzusetzen (sogar bei Themen mit denen er explizit auf Stimmenfang geht, wie z.B. Velofahrer), dann kneift er mit den faulsten Ausreden. Jäger gehört abgewählt.
Carlo
> Kindergärten und Schulhäusern , ohne dass sich die Stadt dagegen
> gewehrt habe, sagte Stadtrat Marin Jäger.
> Wollte sich die Schulbehörde gegen Natelantennen in der Nähe von
> Schulen wehren, müsste sie das flächendeckend machen und nicht
> beschränkt auf einen Einzelfall.
Schon vor vielen Jahren habe ich Martin Jäger eine ausführliche Dokumentation über Handy-Gefahren (inkl. die Massnahmen der britischen Schulen) zugeschickt und ihn gebeten, den Churer Schülern unter seiner "Obhut" warnende Informationen zu geben. Er hat nichtmal geantwortet.
Sich immerwieder als der philanthrope SP-Gutmensch wählen lassen, das kann er, aber wenn's dann konkret darum geht, sich für die Anliegen seiner WählerInnen einzusetzen (sogar bei Themen mit denen er explizit auf Stimmenfang geht, wie z.B. Velofahrer), dann kneift er mit den faulsten Ausreden. Jäger gehört abgewählt.
Carlo