Auftragsleserbriefe durch das Forum Mobil

Evi

Auftragsleserbriefe durch das Forum Mobil

Beitrag von Evi » 18. Januar 2006 12:31

Hallo Pegasus

Sie haben unter "Sicherheitsdistanz von Antennen" einen Leserbrief von Peter Hidber, Forum Mobil erwähnt. Ich habe Ihnen die Arbeit abgenommen und einen aus der Luzerner Zeitung vom 9.1.06 veröffentlichten Leserbrief abgetippt. - Der Herr (Peter Hidber) ist wohl vom Forum Mobil abdelegiert worden, um überall, egal wo, Leserbriefe zu platzieren, wo von Mobilfunk die Rede ist und so werden sich wohl solche Leserbriefe gleichen, wie ein Ei dem anderen. Hier ist so einer:

In den Leserbriefen zur geplanten Mobilfunkantenne in Horw könnte der Eindruck entstehen, Mobilfunk gefährde unmittelbar unsere Gesundheit, und die Technologie sei unbekannt und unerforscht. Das Gegenteil ist der Fall. Zur Erinnerung: Mit den in der Schweiz geltenden Grenzwerten werden auch mögliche, aber derzeit noch unbekannte Auswirkungen berücksichtigt. Dazu aus dem Grenzwertkonzept des Buwal: "Der Bundesrat hat international angewendete Grenzwerte als sogenannte Immissionsgrenzwerte übernommen. Diese schützen in ausreichender Sicherheit vor den wissenschaftlich allgemein anerkannten Gesundheitsauswirkungen. Die Wissenschaft forscht intensiv und die Behörden unternehmen alles Mögliche, um die Technologierisiken abzuschätzen und uns vor möglichem Schaden zu bewahren. Über 4000 Studien weltweit haben bislang Entwarnung gegeben, laufend werden es mehr. Die UMTS-Technologie, die in der Schweiz nun zur Verfügung steht, wird in Nordamerika und Japan schon seit geraumer Zeit mit Erfolg und notabene ohne Beeinträchtigungen eingesetzt. Immer mehr Menschen telefonieren mobil, immer häufiger wird das Handy genutzt - das Forum Mobil setzt sich für eine sachliche Diskussion zwischen den verschiedenen Interessengruppen rund um das Thema Mobilfunk ein. (Peter Hidber, Bern)

Kommentar:
Wo sind die 4000 entwarnenden Studien oder wenigstens eine Liste davon? Gleichzeitig behaupten Vertreter von Mobilfunkfirmen an Infoabenden, die Unschädlichkeit einer Technologie lasse sich nicht beweisen. Also eine von beiden Aussagen ist mit Sicherheit eine Lüge.

Unsere Behörden, die die Grenzwerte festsetzen sollten sich schämen, hier noch von Bewahrung vor Gesundheitsschäden zu reden, wenn doch täglich mehr Menschen genau von solchen betroffen sind.

Das Forum Mobil sollte sich auch schämen, Leute, wie Peter Hidber für die Einsendung von Leserbriefen zu delegieren, die diese Unwahrheiten dem Publikum überstülpen möchten.

Was die sogenannte sachliche Diskussion betrifft, trifft sie wohl in Wirklichkeit die Sache der Betreibergesellschaften, aber nicht das Wohlbefinden und die Gesundheit von Menschen.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass solcherart abdelegierte Personen nicht längst Kenntnis von der ganzen Verlogenheit und Augenwischerei haben, die sie im Auftrag ihrer Brötchengeber verbreiten und frage mich, wie sie diese Haltung mit ihrem Gewissen vereinbaren können, wohl nur mit dem Wort: "Wes Brot ich ess, des Lied ich sing". Aber mit Moral hat dies nichts zu tun.

Also hallo Leute: Achtung vor den Leserbriefen von Peter Hidber im Auftrag des Forum Mobil!!

Evi

Elisabeth Buchs

Re: Auftragsleserbriefe durch das Forum Mobil

Beitrag von Elisabeth Buchs » 18. Januar 2006 13:39

Eine betroffe Frau hat mir am Telefon empört einen Leserbrief von Peter Hidber vorgelesen. Ich habe ihn dann gegoogelt und beim Forum Mobil samt Foto gefunden. Beeindrucken lassen wir Elektrosensiblen uns von solchen Sprüchen natürlich überhaupt nicht, das wissen bzw. spüren wir ganz einfach besser. Man beachte die geschickte Formulierung "mit ausreichender Sicherheit" und "wissenschaftlich allgemein anerkannt". Hat jemand möglicherweise Kontakt nach Nordamerika und Japan, ob dort das selbe UMTS verwendet wird und wie dort die Situation ist bezüglich Elektrosensiblen.

Elisabeth Buchs

Andreas Witschi

Peter Hidber, PR Manager

Beitrag von Andreas Witschi » 18. Januar 2006 14:03

Quelle:
http://www.forummobil.org/de/dasforum_p ... hp?m=1&s=3

-------------------


Peter Hidber, PR Manager

"Realistisch betrachtet kommt man zum Schluss, dass im Konzert der potenziell schädigenden Begleitfaktoren unseres täglichen Lebens den elektromagnetischen Feldern eine eher bescheidene Rolle zukommen dürfte."

Dr. med. Jörg Reissenweber

hidber@forummobil.ch

-------------------


Der von Peter Hidber neben seinem Bild zitierte Dr. med. Jörg Reissenweber wiederum hat 'mitgetan' bei einer 'frequentia'-Schrift, hier zu finden:

http://forummobil.org/userdocs/document ... ntia_d.pdf

In einem Satz zusammengefasst, wird dort von 'self-reported electromagnetic hypersensitivity' und 'Wahnwahrnehmungen' geschwafelt...


Ts, ts.... ist ja klar, dass von der Seite somit kein kritisches Votum zum Mobilfunk kommen kann.


Formal bleibt betr. des Leserbriefes nur zu wünschen, dass Herr Hidber mindestens mit Angabe seiner dahinter stehenden Rahmenorganisation unterzeichnet hat, ansonsten sind die Leserbrief-Foren der Zeitungen kalt von den Lobby-Gruppen missbraucht.


MfG
Andreas Witschi

Evi

Re: Peter Hidber, PR Manager

Beitrag von Evi » 18. Januar 2006 14:49

Nein, unter dem Leserbrief in der Luzerner Zeitung vom 9.1.206, Seite 32 steht unter dem Leserbrief nur: Peter Hidber Bern.

In Bern gibt es aber diesen Peter Hidber nicht. Also hat sich auch die Redaktion der Luzerner Zeitung nicht an die eigene Anweisung gehalten, dass Leserbriefschreiber ihre volle Adresse angeben müssen.

Wer errät, warum Zeitungsredaktionen so einseitig den Betreibergesellschaften Rechte einräumen, die ein normal Sterblicher nicht hat, bekommt einen Preis!

Es wird allmählich Zeit, dass möglichst alle mithelfen, solche Machenschaften aufzudecken und publik zu machen.

Evi

Rolf Eberhard

Re: Peter Hidber, PR Manager

Beitrag von Rolf Eberhard » 18. Januar 2006 15:54

Werte Herren

Jeden Tag werden solche Machenschaften aufgedeckt!
Es ist haarsträubend wie die Mobilfunk Industrie das Volk an der Nase
rumführt.
Solche engagierte Vertreter wie P. Hidber sind mit allen Wasser ge-
waschen. Je mehr diese Mobilfunk Apostel lügen desto höher
ihr BONUS.

R. Eberhard 19.01.2006

pegasus

Re: Leserbriefe vom Forum Mobil

Beitrag von pegasus » 18. Januar 2006 16:41

Hallo Evi,

danke, für's Aufnehmen des Thema's! Hab's mir so gedacht, denn mein Hinweis ist doch recht weit unten und verschwindet schon bald auf der nächsten Seite. Gebe den Leserbrief doch noch zum Besten:

SCHWIERIG UMZUSETZEN

Zum Artikel "350 Einsprachen gegen Antenne" in der ......Zeitung vom Dienstag, 10. Januar 2006.

Antennen gehören nach Ansicht vieler Menschen nicht in Wohngebiete. Diese Forderung ist verständlich, lässt sich aber in den seltensten Fällen auch umsetzen. Denn Antennen müssen eben dort stehen. wo telefoniert wird, wie eben auch Glühbirnen mit Vorteil dort installiert werden, wo sie Licht ins Dunkle bringen sollen.
Stehen die Antennen ausserhalb dieses Gebiets, muss entweder die Feldstärke sehr hoch sein (was niemand will und mit der Gesetzgebung bezüglich der Grenzwerte nicht vereinbar ist), oder Kapazität und Versorgung reichen nicht mehr aus. Denn die Nachfrage nach mobilen Daten- und Sprachdienstleistungen wächst in der Schweiz von Jahr zu Jahr kontinuierlich an. Die in der Schweiz gültigen und sehr strengen Grenzwerte müssen vor unseren Fenstern eingehalten werden, unabhängig davon, wie nahe oder fern eine Antenne steht.
Tatsache ist: Wir wissen nicht genau, ob das Telefonieren mit dem Handy auch wirklich gefahrlos ist. Die Tendenz der vielen vorhandenen seriösen Studien zeigt uns heute aber, dass wir (Erwachsene, Kinder, Tiere) uns bei vernünftigem Umgang mit dem Mobilfunk und bei Einhaltung der gesetzlichen Grenzwerte keiner Gefahr aussetzen. Immer mehr Menschen telefonieren mobil, immer häufiger wird das Handy genutzt - das Forum Mobil setzt sich für eine sachliche Diskussion zwischen den verschiedensten Interessengruppen rund um das Thema Mobilfunk ein.
Forum Mobil, Peter Hidber, Bern

Kommentar: sehr suggestiv verharmlosend und täuschend. Ich bezweifle, dass immer mehr Menschen mobil telefonieren, treffe ich doch immer wieder Menschen , die aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr mobil telefonieren können! Auch gibt es welche, die aus Rücksicht auf ihre Mitmenschen darauf verzichten. Somit dürfte die Nachfragetendenz rückläufig werden. Wir müssen nur dranbleiben mit der Aufklärung der Bevölkerung!

Pegasus

Evi

Re: Leserbriefe vom Forum Mobil

Beitrag von Evi » 18. Januar 2006 16:58

..... ja, und der Brief benutzt gewisse Textbausteine, die dann in jedem dieser Briefe genau gleich auftauchen. - Hoffentlich merken das die Leute und durchschauen diese Masche, auch wenn sich der Herr wohlklingend PR-Manager nennt.

Pegasus,
Sie haben noch eine andere Kategorie Nichthandyaner vergessen: Jene, die sich den Luxus leisten, nicht jederzeit und überall mit dem Handy erreichbar zu sein.

Evi

Andreas Witschi

Re: Leserbriefe vom Forum Mobil

Beitrag von Andreas Witschi » 19. Januar 2006 13:38

An: hidber@forummobil.ch

Sehr geehrter Herr Hidber,

(entschuldigen Sie die direkte Ansprache im Forum von Gigaherz, für Sie als PR Manager ist dies wohl keine grössere Herausforderung)

Ausgangslage
---------------

Bitte öffnen Sie folgenden Link:
read.php?f=1&i=7254&t=7254


Meine Interpretation der Vorgänge
-------------------------------------

Falls die Information dort zutrifft, dass Sie in der Luzerner Zeitung vom 9.1.2006 einen Leserbrief mit unzutreffender Adresse veröffentlichen durften, wäre eine journalistische Sorgfaltspflicht verletzt und somit möglicherweise eine Beschwerde beim Presserat angezeigt.

Zudem riskieren Sie, völlig unnötigerweise (wenn Sie von Ihren Argumenten wirklich überzeugt sind) bezichtigt zu werden, nicht mit offenen Karten zu spielen.

Es geht nicht an, dass Sie als PR Manager vom Forum Mobil als Privatperson einen Leserbrief zeichnen, dessen wahrer Ursprung und Beweggrund verschleiert bleibt.


Meine Bitte an Sie
--------------------

- Bitte klären Sie den Sachverhalt direkt im Forum von Gigaherz (s. obige URL). Sie können Ihr Vorgehen selber am besten darlegen.

- Legen Sie offen, in welchen Distanzen zu den nächstgelegenen GSM/UMTS-Antennenanlagen Sie selbst täglich arbeiten, wohnen, schlafen.


Hier meine Koordinaten
--------------------------

- Wohnen/Schlafen: 250 m, starke GSM/UMTS-Antennenanlage mit direkter Einwirkung in den Schlafbereich. Schlafen nur möglich dank Swiss Shield Baldachin 'Rund-um-Schutz'. Das Schnurlos-Telefon ist schon lange 'herausgerissen'...

- Arbeiten: drei! starke GSM/UMTS-Antennenanlagen in ca. 30 m, 150 m und 180 m Nähe sozusgen auf Augenhöhe. Auswirkung: ...an konzentriertes Arbeiten ist gar nicht zu denken.


Ich danke Ihnen für Ihr ehrliches 'Coming out'!


Noch ein Gedanke: es ist absolut verheerend, wenn die von Ihnen zitierten Fachleute den Begriff 'Hypersensitivität' ins Feld führen. Denn der Begriff setzt völlig am falschen Ende an.

Es gibt schlicht keine 'Überempfindlichkeit'

Was es gibt ist 'Überbelastung' mit Erlaubniswerten, die über! das Mass von Mensch und Tier gehen.

Der Verursacher der Strahlung ist die Antennenanlage (nicht der Mensch) - also muss korrekt von 'Hyperemission' gesprochen werden.


MfG
Andreas Witschi

Forum Mobil, Peter Hidber

Re: Leserbriefe vom Forum Mobil

Beitrag von Forum Mobil, Peter Hidber » 19. Januar 2006 16:02

Sehr geehrter Herr Witschi


Ausgangslage
---------------
Habe ich somit erfolgreich gemacht.


Meine Interpretation der Vorgänge
-------------------------------------
Dieser besagte Leserbrief wurde auf der Eingabemaske selbstverständlich mit sämtlichen Kontaktdaten wie genauer Adresse, Telefonnummer und eMail-Account ergänzt. Das Leserbriefe gekürzt oder mit einer anderen Überschrift versehen werden, liegt offensichtlich im Ermessen der zuständigen Redaktion.

Der Schlusssatz in besagtem Leserbrief lautete im Original:

Immer mehr Menschen telefonieren mobil, immer häufiger wird das Handy genutzt - das Forum Mobil setzt sich für eine sachliche Diskussion zwischen den verschiedensten Interessengruppen rund um das Thema Mobilfunk ein.

Forum Mobil, Peter Hidber


Meine Bitte an Sie
--------------------
Da ich persönlich Mobilfunkantennen nicht als Bedrohung wahrnehme, kann ich Ihnen leider keine metergenauen Angaben zur Entfernung „meiner“ Antennen nennen. An meinem Wohnort würde ich die Entfernung zur Basisstation 1 auf ca. 250 Meter schätzen, Basisstation 2 dürfte etwa 300 Meter entfernt sein. Am Arbeitsplatz sichert mir eine Micro-Zelle meistens guten Empfang, es gibt im Büro aber Orte, welche leider schlecht versorgt sind. Zum SAR-Wert meines Handys kann ich Ihnen keine Angaben machen, da ich diese zuerst raussuchen müsste.

Ich hoffe, dass ich Ihrem Wunsch nach einem „Coming Out“ nachgekommen bin.

Freundliche Grüsse
Forum Mobil, Peter Hidber

Andreas Witschi

Re: Leserbriefe vom Forum Mobil

Beitrag von Andreas Witschi » 19. Januar 2006 16:30

Danke Herr Hidber für Ihre Darlegung des Sachverhalts.

Interessant, dass die Leserbriefredaktion die korrekte Angabe von 'Forum Mobil' offensichtlich entfernt hat.

Bleibt die Frage nach dem Warum.

Übrigens: Seien Sie froh, dass Sie im Büro nicht überall Top-Empfang haben. Ich wünschte, ich könnte das von meiner Situation sagen...

MfG
Andreas Witschi

Helmut Breunig

Re: Leserbriefe vom Forum Mobil

Beitrag von Helmut Breunig » 19. Januar 2006 17:48

Noch ein Gedanke: es ist absolut verheerend, wenn die von Ihnen zitierten Fachleute den Begriff 'Hypersensitivität' ins Feld führen. Denn der Begriff setzt völlig am falschen Ende an.

Es gibt schlicht keine 'Überempfindlichkeit'

Was es gibt ist 'Überbelastung' mit Erlaubniswerten, die über! das Mass von Mensch und Tier gehen.

Der Verursacher der Strahlung ist die Antennenanlage (nicht der Mensch) - also muss korrekt von 'Hyperemission' gesprochen werden.


MfG
Andreas Witschi
......

In Bezug auf betroffene Menschen besteht daher die Berechtigung, von Elektrosmogvergiftung zu sprechen, und zwar infolge von Zwangsintoxikation.

Helmut Breunig

pegasus

Re: Leserbriefe vom Forum Mobil

Beitrag von pegasus » 19. Januar 2006 21:17

Ich finde die Bezeichnungen von Helmut Breunig sehr zutreffend und irgendwie befreiend!
Die Wörter merke ich mir: Hyperemission, Elektrosmogvergiftung und Zwangsintoxikation! Es ist gleich wie bei einem anderen Suchtmittel, dem Rauchen. Da werden wir ja auch laufend zwangsvergiftet und müssen Orte meiden, wo geraucht wird. Ist der momentane Kampf gegen den Rauch etwa bewusst (mit Hilfe der Mobilfunkindustrie)eingeleitet worden, weil beide Vergiftungen zusammen tödlich sein könnten?

argus

Re: Leserbriefe vom Forum Mobil

Beitrag von argus » 19. Januar 2006 22:57

Ich habe von verschiedenen Bekannten erfahren, dass sie nach dem Leserbrief von Herrn Hidber in der Luzerner Zeitung selbst einen Leserbrief geschrieben haben. Aber bisher ist keiner erschienen. Das sagt immerhin auch einiges, besonders über die Haltung der Redaktion der Luzerner Zeitung. Sie hält also mobilfunkkritische Leserbriefes systematisch zurück

Ausserdem ist mir bekannt geworden, dass das Forum Mobil durch Hidber überall dort , wo jemand in einer Zeitung etwas zum Thema Mobilfunk einsendet, eine Entgegnung schreiben lässt. Das hat,wie es in einem der Postings richtig bemerkt wurde, System.

Das Forum Mobil muss wohl gewaltig Feuer unter dem Hintern haben, wenn es nun mit dieser Methode arbeiten muss.

Daher Augen auf und Ohren gespitzt, was sich hier abspielt!

argus

Britta

Re: Leserbriefe vom Forum Mobil

Beitrag von Britta » 21. Januar 2006 23:02

Ich habe auch einen Leserbrief an die Luzerner Zeitung geschrieben, aber nicht nur meiner ist nicht erschienen, sondern überhaupt keiner, von denen ich weiss, dass sie an die Redaktion gegangen sind. Es hat also wirklich System.

Wir Abonnenten sind aber die Kundschaft auch der Zeitungen. So stellt sich die Frage, ob man eine solche Zeitung eigentlich noch braucht, wenn sie ja konsequent nur die Zuschriften veröffentlicht, von denen sie sich einen Vorteil (Inserate) erhofft.

So sollten wir darüber nachdenken, den Zeitungen diesen Standpunkt einmal darzulegen, zumal es genug andere Möglichkeiten gibt, sich über das Tagesgeschehen im In- und Ausland zu informieren.

Britta

Antonella

Re: Leserbriefe vom Forum Mobil

Beitrag von Antonella » 22. Januar 2006 13:13

Gerade notorisch finanziell serbelnde Zeitungen sind auf Gedeih und Verderben auf die Einkünfte der Gross-Inserenten angewiesen. Die werden den Teufel tun, sich ins eigene Bein zu schiessen. Kann mir sehr gut vorstellen, dass es da klare Richtlinien gibt in den Leserbrief-Redaktionen, was da veröffentlicht wird und was nicht. So mancher Angestellte dort wird Gewissensbisse haben. Viele Themen, für die der einzelne Journalist (war früher Mal ein angesehener Beruf für gebildete und kritische Geister) eigentlich privat einstehen würde, darf er nicht als Leserbrief freigeben. Ein prächtiges Beispiel diesbezüglich ist ja das Oltner Tagblatt, das vorletztes Jahr ungeschickt primitiv über den Kongress im Stadttheater berichtete. Letztes Jahr wurde überhaupt nichts mehr geschrieben - was in diesem Fall zweifellos besser ist. Kein Wunder: auf dem Dach des Oltner Tagblatt steht seit 2005 eine GSM/UMTS Sendeanlage, welche seinerzeit mit einem Apero mit Lokalpolitikern und Swisscom-Grössen eingeweiht wurde. Der Chefradaktor des OT wohnt übrigens auch im bestrahlten Gebiet. Aber der Entscheid pro Antenne kam natürlich von höherer Stelle.

Antworten