Handys aus im Krankenhaus
Im Herzzentrum und Krankenhaus bleiben Mobiltelefone verboten
http://www.vlothoer-anzeiger.de/va/loka ... cnt=753269
Bad Oeynhausen (soni/fro). In der Auguste-Viktoria-Klinik sind Bettenhaus und Operationstrakt weit voneinander entfernt - Grund genug, dass die Patienten nicht auf ihr Handy am Krankenbett verzichten müssen.
Sie sind allerdings die Einzigen - im Herzzentrum sowie in allen Krankenhäusern im Kreis Minden-Lübbecke sind Mobiltelefone dagegen nach wie vor verboten. Obwohl es neue Untersuchungen gibt, nach denen dieses Verbot durchaus verzichtbar sein könnte.
Wissenschaftler der amerikanischen Mayo-Klinik hielten Handys in verschiedenen Abständen an Medizingeräte. Insgesamt 510 Tests absolvierten die Forscher. Ergebnis: Nur in 1,2 Prozent der Testfälle hätte es zu klinisch relevanten Störungen kommen können. In diesen Fällen befand sich das Handy besonders nah am Gerät.
Zu einem ähnlichen Ergebnis kamen Wissenschaftler der Universität Gießen, die einen Abstand von einem Meter empfehlen, um bedrohliche Situationen auszuschließen.
"Bei uns ist das Gefahrenpozial besonders groß", sagt Anja Brandt, Pressesprecherin des Herzzentrums. Mit ihrer elektromagnetischen Strahlung können Handys Störungen unter anderem bei EKG-Geräten verursachen und die stehen oft auch direkt neben dem Bett. Sie verweist in diesem Zusammenhang auch auf das Handy-Verbot in Flugzeugen. Wenn das mal aufgehoben werde, sei das auch ein wichtiges Signal für das Herzzentrum.
"Wir wollen auf der sicheren Seite sein", nennt Zweckverbandssprecherin Marion Richter-Salbeck als Grund für das generelle Handy-Verbot in den Allgemeinkrankenhäusern im Kreis Minden-Lübbecke.
Natürlich würden die Patienten nicht gefilzt, und wer im Flur oder im Zimmer mit einem Handy am Ohr erwischt wird, müsse keine Konsequenzen befürchten. "Nur im Intensivbereich sind Mobiltelefone natürlich absolut verboten", betont Richter-Salbeck. Leider zeigten sich manche Patienten nur wenig einsichtig.
"Es gibt Leute, die zucken nur mit den Schultern und telefonieren einfach weiter. Andere legen nach einer Aufforderung des Personals das Handy weg", berichtet Mariele Lohmeyer, stellvertretende Pflegedienstleitung in Minden.
Den Vorwurf, das Handy-Verbot sei nur eine Möglichkeit, mit Leih-Telefonen Geld zu verdienen, weist sie zurück: "Der Sicherheitsaspekt steht an erster Stelle."
Im Mindener Klinikum hat es bei Operationen bereits häufiger unerklärbare Störungen bei EKG-Geräten gegeben. "Wir können zwar nicht mit Sicherheit sagen, dass Mobiltelefone der Grund dafür waren, aber es ist eine Möglichkeit", sagt Annette Diekmann, Bereichsleitung Medizintechnik.
Ihr liegt die Sicherheit der Patienten am Herzen: "Solange mir niemand garantieren kann, dass es keine Risiken mehr gibt, bleiben Handys hier im Haus verboten. Schließlich sollen die Menschen hier gesund werden und nicht krank."
Handys aus im Krankenhaus
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pegasus
Re: Handys aus im Krankenhaus
Maschinen sind das Eine - doch wie geschwächte Patienten auf Handystrahlung reagieren, wäre doch wohl wichtig. Wenn ich mich erinnere, wie ich einen Anruf erlebte, den eine neben mir stehende Person in der Warteschlange einer Kasse erhielt: plötzlich stand für einen Moment mein Herz still und stolperte dann zu meinem Glück weiter. Ich ging sofort auf Distanz und stellte fest, dass auch die Person vor mir ihr Handy am Kopf hatte. Da kommt Zorn auf! Da möchte ich auch Farbbeutel und Steine auf bestimmte Gebäude oder in bestimmte Geschäfte werfen!
Ein Handyverbot in Spitälern muss unbedingt aufrecht erhalten werden!
Ein Handyverbot in Spitälern muss unbedingt aufrecht erhalten werden!
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Carlo
Re: Handys aus im Krankenhaus
Erinnert mich irgendwie an die Krankenschwester, die der Patientin (ein paar Wochen nach erfolgter Gehirn-Operation) ein Handy ans Ohr hielt, da jemand diese sprechen wollte. Es war ja kein Medizingerät in der Nähe, also erlaubt!
Und da war der Notarzt, der neben einer bewusstlosen Patientin (Hirnblutung) verdammt lange mit dem Handy telefonierte, obwohl nebendran ein Festnetz-Telefon stand. Tja, die benötigte Nummer war halt im Handy gespeichert, also nur keine Zeit verlieren mit abtippen! Die Gesundheit der Patientin geht vor!
Und da war der Notarzt, der neben einer bewusstlosen Patientin (Hirnblutung) verdammt lange mit dem Handy telefonierte, obwohl nebendran ein Festnetz-Telefon stand. Tja, die benötigte Nummer war halt im Handy gespeichert, also nur keine Zeit verlieren mit abtippen! Die Gesundheit der Patientin geht vor!