Bümpliz: Starkstrom sorgt für Spannungen/Zollikofen: Der Tur

The Future's black

Bümpliz: Starkstrom sorgt für Spannungen/Zollikofen: Der Tur

Beitrag von The Future's black » 16. März 2006 12:29

© Berner Zeitung; 15.03.2006; Seite 23

BZ-Stadt Bern

bümpliz

Starkstrom sorgt für Spannungen

EWB baut gegenwärtig eine 10-Kilovolt-Stromleitung quer durch Bümpliz. Im Quartier steigt die Angst vor der Strahlung.

Um die Stromversorgung von Berns Westen auch in Zukunft sicherstellen zu können, baut Energie Wasser Bern momentan eine 10-Kilovolt-Leitung zwischen Holligen und Brünnen. Später soll die Spannung dieser Leitung gar auf 132 Kilovolt erhöht und bei Niederbottigen an die BKW-Leitung Köniz-Mühleberg angeschlossen werden. «Diese Leitung wird das Rückgrad unseres Netzes», sagte André Moro von der EWB-Geschäftsleitung an einer Informationsveranstaltung in Bümpliz.

«Erhöhtes Krebsrisiko»

Die Bewohnerinnen und Bewohner von Berns Westen sind weniger begeistert. Denn obwohl die Kabel rund einen Meter unter dem Boden verlegt werden, könnten an der Oberfläche noch immer elektromagnetische Felder auftreten. «Wir werden alle Grenzwerte einhalten», beschwichtigte Moro. Doch Hansueli Jakob, Präsident der Vereinigung Gigaherz, liess sich dadurch nicht beruhigen. Auch Strahlung im Grenzwertbereich könne bei Kindern das Risiko, an Krebs zu erkranken, erhöhen. Er forderte darum EWB auf, neuartige, gasisolierte Leitungen zu verlegen, die besser vor nichtionisierender Strahlung schützen.

Thema im Stadtparlament

Moro erteilte dieser Anregung eine Absage. Gasisolierte Leitungen seien «technisch, ökologisch und wirtschaftlich nicht sinnvoll». Ausserdem sei es nun zu spät, um das Projekt zu überarbeiten. Dies sahen auch die Quartiervertreter ein. Sie wollen sich künftig bei EWB-Projekten früher einschalten. Im Stadtrat ist ein Vorstoss zum Thema Starkstromleitungen hängig.pas

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© Der Bund; 15.03.2006; Seite 23

Stadt-Region

Der Bund

Der Turm wackelt wieder

Der Gemeinderat von Zollikofen will den Wasserturm dem Wasserverbund Region Bern abtreten

Der Zollikofner Wasserturm wird vielleicht doch abgerissen. Mit der Strukturreform will der Wasserverbund das Leitungsnetz übernehmen, dazu gehört auch der Turm. Für den Wasserverbund steht ein Rückbau im Vordergrund.

simon wälti
Die Rettungsaktion für den Turm im Tannholz läuft ins Leere. Der Grosse Gemeinderat hat zwar im September 2005 eine FDP-Motion mit grossem Mehr überwiesen. Der Vorstoss wünscht, dass die Gemeinde mit dem Mobilfunkanbieter Orange verhandelt. Orange nutzt den Turm als Antennenstandort und ist bereit, ihn zu übernehmen. So könnte die baumhohe Betonröhre erhalten bleiben, dachte man.

Zollikofen hat diese Motion jetzt nach Angaben von Gemeinderätin Liselotte Huber (sp) sistiert; das heisst, das Anliegen kann derzeit nicht umgesetzt werden. Es sieht nämlich danach aus, als ob der Wasserturm schon bald nicht mehr im Besitze der Gemeinde sein wird. Im Zuge der Neuorganisation des Wasserverbunds Region Bern ginge der seit einiger Zeit nicht mehr als Wasserspeicher benötigte Turm in den Besitz des Wasserverbunds über.

Am Montagabend hat der Gemeinderat von Zollikofen grundsätzlich Ja zum Kaufvertrag gesagt, der die Abtretung der Leitungen, Pumpwerke, Wasserfassungen und Reservoire regelt. Darin enthalten ist auch der Wasserturm. Wie viel Geld Zollikofen für die Infrastruktur vom Wasserverbund erhält, will Huber nicht sagen. Im Juni soll das Geschäft im Parlament behandelt werden. Die nötige Volksabstimmung ist für September vorgesehen. Überrascht von dieser Entwicklung zeigt sich Ralph George (fdp), der die Motion eingereicht hatte. «Es wäre besser, wenn der Turm erhalten bliebe.» Denn damit liessen sich zwei Fliegen auf einen Schlag erledigen: «Wir sparen Geld und haben einen Antennenstandort relativ weit weg vom Siedlungsgebiet», lauten seine Argumente.

Auch ein Vorstoss von Roland Stucki (evp) in Sachen Wasserturm im Parlament droht hinfällig zu werden. Stucki regte an, den Turm als Aussichtsplattform zu nutzen. Gemeinderätin Huber weist auf die Kosten hin, die dieser Vorschlag verursachen könnte. «Der Turm ist nicht mehr in einem guten Zustand, man müsste investieren.»

Bereits im Mai 2003 hatte das Stimmvolk von Zollikofen einen Kredit von 420 000 Franken für den Abbruch des Bauwerks genehmigt.

Antenne an neuem Standort

Der Wasserverbund Region Bern seinerseits hat keine Verwendung mehr für den Wasserturm. Zwar gibt es noch keine definitive Haltung, aber Geschäftsführer Fredy Amberg sagt, es habe wenig Sinn, den Turm stehen zu lassen, nur weil man dort Antennen «aufgepflanzt» habe. Der Rückbau, also der Abriss oder die Sprengung, steht für Amberg im Vordergrund. Die Firma Orange müsste sich nach einem neuen Standort für eine UMTS-/GSM-Antenne umsehen. Laut Pressesprecherin Marie-Claude Debons sind bisher keine anderen Standorte in Zollikofen evaluiert worden. Orange wartet nun ab. Klar ist aber: Wird der Turm doch abgerissen, braucht es für eine genügende Netzabdeckung eine neue Antenne in Zollikofen. Mit grosser Wahrscheinlichkeit würde diese Antenne näher beim bewohnten Gebiet errichtet werden. Der Widerstand der betroffenen Quartierbevölkerung wäre programmiert.

Der wvrb

Den Wasserverbund Region Bern bilden zehn Gemeinden rund um Bern und der Wasserverbund Grauholz (Wagra). In neun Gemeinden will der WVRB künftig allein für die Trinkwasserversorgung zuständig sein und deshalb sämtliche Primäranlagen kaufen. Belp und der Wagra machen nicht mit.

Diese neue Struktur des WVRB befindet sich noch bis heute in der Mitwirkung. Erst im April seien alle Stellungnahmen ausgewertet, sagt der Verbund. Volk oder Parlamente müssen den Handel absegnen. (ry)

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© St. Galler Tagblatt; 15.03.2006; Seite 51

TG-Untersee

05-TG Thurgau

Zu 700 Prozent Empfang

Konstanzer und Kreuzlinger Interessengemeinschaften sammeln Unterschriften gegen Mobilfunkantennen

Konstanz. Gemeinsam mit der Interessengemeinschaft strahlungsfreies Kreuzlingen hat die Konstanzer Bürgerinitiative für humanen Mobilfunk über die Gefahren des Mobilfunks informiert.

Arne Goebel
Das Interesse am Thema Mobilfunk ist gross, der Versammlungsraum in der Kindertagesstätte «Arche» an der Schwedenschanze ist am Montag bis auf den letzten Platz belegt. Klaus Keller-Uhl stellt zu Beginn des Informationsabends klar, das man nichts gegen Mobilfunk habe, sich jedoch gegen den Wildwuchs von Antennen wehre. Keller-Uhl ist selbst von den geplanten Mobilfunkantennen auf dem Lago betroffen.

Studien vorgelegt

Knapp 90 Zuhörer wollten sich über die Anliegen der beiden Interessengemeinschaften informieren. Markus Lauener aus Winterthur, Vorstandsmitglied des Vereins «gigaherz.ch», legte verschiedene Studien zu gesundheitlichen Risiken der Mobilfunkstrahlung vor. Die Studien zeigen einen Zusammenhang zwischen dieser Strahlung und Wirkmustern wie Kopfschmerzen, Depressionen und Herz-Kreislauf-Beschwerden. Auch das Krebsrisiko werde dadurch erhöht. «Die Politiker haben dieselben Unterlagen wie wir, sie gewichten sie nur anders», so Lauener. Günter Dolag, Vorsitzender der Bürgerinitiative humaner Mobilfunk Konstanz, orientierte über die geplanten Mobilfunkantennen auf dem Lago. Die drei Antennen hätten jeweils eine Leistung von 3000 Watt. Eine davon würde über die Bodensee-Arena weit auf Kreuzlinger Gebiet strahlen.

Das eigene Süppchen kochen

Nach Dolags Angaben sind im Lago 16 Innenantennen mit sehr geringer Leistung angebracht, die für einen störungsfreien Handy- und UMTS-Empfang sorgen. «Im betroffenen Gebiet decken jeweils sieben Mobilfunkanbieter das Netz zu 100 Prozent ab. Das heisst, wir haben eine Netzabdeckung von 700 Prozent. Das wäre so, als hätte die Bahnstrecke Konstanz–Stuttgart sieben parallele Gleise», erklärt Dolag. Jeder Betreiber koche sein eigenes Süppchen. In Dänemark hätten sich die Anbieter zusammengeschlossen, teilten sich jeweils eine Antenne und rechneten separat ab, so Dolag. Dadurch sei die Belastung viel geringer.

Auch Stefan Zbornik von der IG strahlungsfreies Kreuzlingen wehrt sich gegen das «unkoordinierte und willkürliche Aufstellen von Mobilfunkantennen». Er verweist auf ein Bundesgerichtsurteil vom 10. März 2005, das keine Selbstkontrolle der Betreiber mehr akzeptiert. So heisst es in der Begründung: «Ist die im Standortdatenblatt deklarierte ERP (Ausgangsleistung) niedriger als die maximale Strahlungsleistung der Anlage, so besteht keine Gewähr dafür, dass die Grenzwerte im Betrieb tatsächlich eingehalten werden, da die Strahlungsleistung jederzeit mittels Fernsteuerung erhöht werden könnte.» Dieses Urteil bedeute vorerst, so Zbornik, einen Antennenstopp.

Eisenhut macht Druck

Die Grüne Kreuzlinger Gemeinderätin Helene Eisenhut zeigte sich an der Veranstaltung kämpferisch: «Ich werde den politischen Druck verstärken.» Eisenhut rief dazu auf, sich an der Unterschriftenaktion der beiden Interessengemeinschaften zu beteiligen. Bereits jetzt habe man mehrere Hundert Unterschriften sammeln können. Entsprechende Formulare können unter www.strahlungsfrei.ch heruntergeladen werden.

pegasus

Unterschriften-Sammlungen und Info-Abende

Beitrag von pegasus » 16. März 2006 15:57

An alle Veranstalter und Sammler:

bitte lasst doch gleichzeitig den Freienbacher Appell unterschreiben und legt ihn an den Veranstaltungen auf! Danke!

Pegasus

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